Der Umgang mit der Trauer

Den eigenen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

Mascha Kaléko
 
Wenn Sie sich auf unserer Internetseite bewegen bedeutet dies sehr wahrscheinlich, dass Sie gerade an geliebtes Haustier verloren haben oder dass Sie sich auf den Verlust vorbereiten.
Ein geliebtes Haustier zu verlieren ist immer ein sehr trauriger Einschnitt in unserem Leben. Wir verlieren das Wesen, dass uns so bedingungslos Liebe geschenkt hat. Wir verlieren unseren Freund, unseren Schmuse- und Spielpartner und wir verlieren unsere routinierten Handlungen.

Nur derjenige der selbst schon ein Haustier verloren hat, kann verstehen wie Sie sich im Moment fühlen. Alle anderen reagieren da eher mit Unverständnis, nach dem Motto „Warum regt die / der sich so auf? War doch nur ein Tier.“ Aber genau das war es eben nicht. Es war nicht nur ein Tier. Es war ein Vertrauter, den wir jetzt schmerzlich vermissen.

Die Trauer um ein Tier unterscheidet sich da nicht viel von der Trauer um einen Menschen. In den 60er Jahren wurde die Trauer wissenschaftlich untersucht. Unter anderem hat Verena Kast die nachfolgenden Phasen identifiziert, die wir als sehr passend empfinden:

1. Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen
Unmittelbar nach dem Tod eines geliebten Tieres steht der Trauernde unter Schock: Er kann und will nicht glauben, was passiert ist. Viele Menschen fühlen sich in dieser Situation isoliert und hilflos. Diese Trauerphase bildet den Anfang des Trauerprozesses. Sie kann wenige Stunden, oft aber auch Tage dauern.

Was können Sie tun?
Bleiben Sie in der ersten Phase der Trauer nicht allein. Holen Sie sich Unterstützung für die anstehenden Tätigkeiten, wie z. B. bei der Entscheidung, was mit dem toten Tier geschehen soll oder auch für Das Wegräumen der nun nicht mehr benötigten Utensilien. Helfen können Freunde, die bereits ähnliches erlebt haben, oder auch ein Tierbestatter in ihrer Nähe.

2. Phase: Aufbrechende Emotionen
In der zweiten Phase der Trauer brechen Gefühle wie Wut, Schmerz und Zorn auf. Viele Trauernde werden auch von Schuldgefühlen oder der Frage geplagt, ob Sie wirklich alles Mögliche für Ihren Liebling getan haben oder ob sie es hätten besser machen können. Je nachdem, wie eng die Beziehung zum Haustier war, kann diese Phase unterschiedlich lange dauern. Auch die Umstände des Todes können beim Verlauf dieser Trauerphase eine Rolle spielen.

Was können Sie tun?
Es ist wichtig, dass Sie diese Gefühle zulassen und nicht unterdrücken. Sie helfen bei der Trauerbewältigung. Gespräche mit Personen, die bereits ähnliches erlebt haben oder die zumindest ebenfalls ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Tier haben, können während dieser Phase sehr hilfreich sein.

3. Phase: Suchen und Sich-Trennen
In der dritten Phase der Trauer findet eine innere Auseinandersetzung mit dem verstorbenen Tier und seinem Tod statt: Trauernde suchen Orte der Erinnerung auf, lassen gemeinsame Erlebnisse Revue passieren und führen stille Zwiegespräche mit dem verstorbenen Tier. Diese Trauerphase kann schön, aber auch sehr schmerzhaft sein. In ihrem Verlauf entscheiden sich die Trauernden, den nächsten Schritt zu gehen und Ja zum (Weiter-) Leben zu sagen.

Was können Sie tun?
Nehmen Sie sich für Ihre Trauer so viel Zeit wie Sie brauchen. Fühlen Sie in sich hinein und entscheiden Sie, was Ihnen guttut. Manche Menschen brauchen in dieser Phase Ruhe, für andere Menschen ist Ablenkung das bessere Mittel. Hilfreich kann in dieser Phase ein bewusstes Abschiedsritual sein, entweder eine Beerdigung oder das Platzieren einer Urne in Ihren Wohnräumen. Auch die Einrichtung einer kleinen Gedenkecke, geschmückt mit einem Foto oder mit kleinen Gegenständen, die Sie an Ihren Liebling erinnern, kann sich als hilfreich erweisen. Durch das bewusste Abschiednehmen können sie den Verlust besser verarbeiten.

4. Phase: Neuer Selbst- und Weltbezug
In der letzten Phase der Trauer stellt sich allmählich innerer Frieden ein. Der Schmerz tritt in den Hintergrund. Der Trauernde hat den Tod des Haustiers akzeptiert und kann nun beginnen, neue Pläne zu schmieden und sein Leben ohne das verstorbene Tier zu gestalten. Die Erinnerung bleibt jedoch ein wichtiger Teil davon.
 
Und wie sag ich ́s meinem Kind?
Der Tod eines geliebten Haustieres sollte einem Kind mit Bedacht aber auch mit möglichst großer Ehrlichkeit beigebracht werden.
Hinter dem nachfolgenden Link verbirgt sich eine Empfehlung aus dem Familienportal.
https://www.familie-und-tipps.de/Familienleben/Haustiere/Tod.html
 
 
 
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